Die verschiedenen Arten der Content Curation


Quelle: onpage.org

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CES 2016 Las Vegas

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Der ganz neue heiße Scheiß, den bislang niemand kannte, ist auf der CES 2016 in Las Vegas nicht auszumachen. Aber viele Entwicklungen nehmen gut erkennbare Richtungen im Sinne von Weiterentwicklung und Spezialisierung. Mehr Hersteller mit mehr Wettbewerb senken erfreulicherweise auch die Preise.

VR – lebst du noch oder spielst du schon?

Virtual Reality boomt – jetzt schon gibt es von teuer (Oculus Rift) bis billig (Google Cardboard) jede Menge VR-Brillen. Am Oculus Rift-Stand warteten Besucher zwei bis drei Stunden auf die Chance, die Brille auszuprobieren. Auch an der Samsung Gear-Arena bildete sich eine Besucher-Schlange.

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Glücklicherweise konnte man VR-Brillen auch anders testen: Viele andere Messe-Stände, die VR-Themen anbieten, arbeiten entweder mit Oculus Rift oder mit Samsung Gear. Beide habe ich ausprobiert und war fasziniert von der Wirkung der Bilder, aber dennoch enttäuscht von der (noch) schlechten Bildqualität.
Aber das Potenzial ist da: Die Kombination aus 360°-Video und Header ermöglicht ein sehr intensives Film-Erlebnis. Das ist für Video-Anbieter (incl. TV-Sender, man stelle sich Reportagen oder Wissenschafts-Content vor, in die/den der Betrachter eintauchen kann) ebenso interessant wie für die Werbewirtschaft. Klar absehbar: Für Gamer werden VR-Brillen DAS Tool, um völlig in die Spielwelt einzutauchen, erst recht mit 3D-Sound. Hier ein Beispiel, wie mit einem omnidirektionalen Laufband und VR-Headset Spielen wirklich zum Rundum-Erlebnis wird:

Oculus Rift begeistert die WIRED-Kollegen.

Per Software können auch bestehende Spiele in VR umgesetzt und gespielt werden, z.B. mit Trinus:

Werbespots werden in 3D natürlich bereits hergestellt. Ein Beispiel dafür ist Discovery, die sich als VR-Video-Produzenten auf der CES präsentieren.

Discovery VR

3D-Audio – passend zu VR-Brillen und 360°-Video – ist noch nicht standardisiert, aber ein Thema mit deutlichem Publikums-Interesse auf der CES.

Rundumblick für jedermann

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360°-Video wird mit oder ohne Headset (wirkt ja auch auf dem Smartphone oder im geeigneten Desktop-Browser gut) normal und einfacher herzustellen. Mit der Ricoh Theta ist es nicht mehr nötig, mehrere Kameras zusammenzuschnallen, wie hier im GoPro-Beispiel. Die Ricoh Theta sieht unspektakulär aus, kann aber trotz schlankem Design 360°-Videos oder -Fotos aufnehmen. Die lange Form ist gewöhnungsbedürftig, aber wegen der vorn und hinten angebrachten Kamera-Objektive sinnvoll. So hat sie die nötige 360°-Perspektive, auch wenn man sie mit der Hand hält.

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Immer bessere Kameras, mit und ohne 360°-Optik, aber total verwackelte Aufnahmen? Das geht natürlich gar nicht, aber die CES hat auch dafür erschwingliche Lösungen. Die Steadicam-Technik gibt es als Smoothee auch als kleine Version für Actioncams und Smartphones (die Smoothee ist allerdings keine Neuheit auf der CES). Und ein deutsches Startup baut vor allem für Actionsport-Filmer eine Lösung namens Luuv, die sich dank Gimbal noch geschmeidiger verhält, aber auch dreimal so teuer ist wie die Smoothee.

Steadicam-Alternative aus Deutschland: Luuv

4 K – darunter geht bei Fernsehern nichts mehr

8K sind für die Augen schon fast schmerzhaft gestochen scharf und detailreich. Dennoch: Eine Fußball-WM in höchster Bildqualität? Das Publikum wird es lieben.

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8K televisions arrive soon | WIRED Video

Einige Firmen implementieren weitere Funktionen, Smart Home-Anwendungen wie Licht- und Heizungs-Steuerung oder private Überwachungs-Kameras, die auch aus der Ferne die volle Kontrolle über Haus oder Wohnung ermöglichen. Überhaupt ist das Internet der Dinge in Haus und Wohnung auf der CES 2016 sehr präsent.

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Phones, Tablets, Phablets – die Alleskönner

Zahlenmäßig im Vergleich zu Fernsehern deutlich in der Überzahl: Smartphones und Tablets. Sie werden tendenziell noch größer – v.a. Tablets – und sind so mobile Alternative und/oder Konkurrenz für die klassischen TV-Geräte. Samsung hat den Griff am Tablet beim Galaxy View schon fest eingebaut – das Ding steht also mit einem Griff überall im Haus bereit und kann locker den Zweit- und Dritt-Fernseher ersetzen – und noch einiges mehr.

Explizite Radio-Geräte sind mir auf der CES nicht aufgefallen, aber viele Lautsprecher-Systeme und erst recht Zillionen Kopfhörer. Die Neuheiten und Unterschiede liegen da jeweils im Detail – besserer Ton (Hi Res Audio), Drahtlosigkeit und komfortabler Sitz (z.B. mit individuell anpassbaren In-Ear-Gummipropfen). Wirklich neu ist höchstens der Kopfhörer, den man nicht auf den Kopf setzt, sondern um den Hals hängt.

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Hallo Angler? Hier Fishfinder!

Connected Home, Connected Cars, Internet der Dinge: Das ist etwa der Kühlschrank mit Innen-Kamera – nützlich beim Einkauf, weil man per Smartphone nachgucken kann, ob die Milch alle ist oder nicht. Außerdem kann man Musik hören, den Wetterbericht abrufen, den Bildschirm als schwarzes Familien-Brett nutzen und und und.

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Zum Internet der Dinge zählt auch der Fishfinder, der mit dem Angler-Smartphone kommuniziert.

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Nicht neu, aber anhaltend ist der Trend zu Wearables, wie smarten Uhren oder Brillen. Samsung, Garmin, Casio und viele chinesische Hersteller haben das im Angebot. Bei den Smart-Watches sind die Outdoor-Uhren von Casio zum Beispiel die robuste und wasserdichte Verlängerung des Smartphones, das beim Wandern, Rad- oder Skifahren eher am Körper oder in einem Rucksack getragen wird. Abzulesen sind unter anderem Puls, Himmelsrichtung, Höhenmesser, und natürlich sind viele der Apps vom Mobil-Gerät nutzbar. Leider sind sie oft hässlich, die Outdoor-Uhren von Casio fallen erträglich aus.
Eine Einsatzmöglichkeit von Smart Glasses ist das Scannen von Maschinen und Lagern, quasi im Vorbeigehen (Augmented Reality – hier ein Beispiel von Garmin).

Aber natürlich ist auf der CES auch anderes mit dem Internet verbunden, etwa Autos. Das Auto-Cockpit wird immer mehr zur Multimedia-Zentrale. Wenn das dann noch in ein selbstfahrendes Elektro-Auto einbauen würde, hätte man alle Auto-Trends in einem Fahrzeug versammelt.

Faraday Future – Elektro-Rennauto mit Batmobil-Style

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Spotify beschränkt sich auf die Demonstration, dass man besonders in BMW-Fahrzeugen die App gut nutzen kann. Und offenbar gibt es da auch eine neue Band, die Spotify besonders pusht…

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Jungbrunnen für alte Bekannte

Alte, eigentlich schon totgeglaubte Firmen suchen sich neue Themen: Beispiel Polaroid. Die Firma hat neben einer GoPro-artigen Action-Cam jetzt auch einen 3D-Drucker im Programm. Der abgebildete Krake enthält nach Angaben der Polaroid-Kollegen auf der CES die Materialmenge von einer Kartusche Druck-Material. Die wiederum soll etwa 100 Dollar pro Stück kosten. Wegen der vielen Farben sind selbstredend mehrere Kartuschen im Einsatz gewesen.

Polaroid steigt mit dem „Polaroid ModelSmart 250“ in die Herstellung von 3D-Druckern ein | 3d-grenzenlos.de

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Weiteres Beispiel: Kodak legt eine Super8-Kamera mit digitalen Features vor. Die Filme passen auch in alte Kameras, die neue Version in betont klobig-kastigem Design bietet zusätzlich eine Ton-Aufnahme-Möglichkeit auf Speicherkarte. Als Ergänzung zu den entwickelten Filmen liefert Kodak den Kunden auch direkt die digitale Version der Super8-Filme.

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Kodak belebt Super 8 wieder | CHIP

Roboter und v.a. Drohnen sind omnipräsent auf der CES. Drohnen interessieren mich persönlich nicht, daher habe ich sie nicht näher angeschaut. Bei den Robotern war meistens unklar, welchen Zweck sie erfüllen sollen – oder ob es noch vor allem darum geht, zu demonstrieren, dass man überhaupt Roboter bauen kann. Funktionieren müssen sie dann offenbar auch noch nicht unbedingt… 😉

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Noch ein paar kleinere Entdeckungen und Beobachtungen:

  • everystory ist eine App, die das Anlegen, Teilen und kollaborative Bearbeiten von privaten Fotoalben ermöglicht. Das Besondere ist die Möglichkeit, zu den einzelnen Fotos eine Tonspur aufzunehmen. So kann Opa auf everystory aus dem Krieg erzählen, oder von den wilden 68ern, oder vom letzten Urlaub im Harz. everystory
  • Coding&Play: Mit Kartenspiel und kartenlesendem Elektro-Vogel Albert können Kinder Coding-Grundlagen spielerisch erlernen. Dafür werden die einzelnen auf Karten gedruckten Befehle möglichst sinnvoll in eine Reihe gebracht, Albert untergeschoben und dann ausgeführt. Süß! Teaching kids to code
  • Die Casio Exilim EX-FR 100 besteht aus anclipbarer Action-Cam und einem zusteckbarem oder getrennt bedienbaren Monitor (im Bild oben die runde Kamera, unten der rechteckige Monitor). Praktisch, wenn man die Kamera nicht in der Hand haben, aber dennoch die Motiv-Auswahl kontrollieren will.20160106_145535
  • Samsung stellt mit der Solbag eine Tasche mit Solar-Modulen vor, in der man sein Handy gleich beim Transport aufladen kann.20160106_162021>
  • Garmin hat alle möglichen Sport- und Outdoor-Gadgets im Programm, z.B. eine Radar-Sicherheits-Einheit fürs Fahrrad. Dem Fahrer des Rades wird angezeigt, ob und wieviele Autos sich von hinten nähern. Bemerkbar macht sich das Fahrrad den Autofahrern gleichzeitig durch ein bei abnehmender Distanz zum Auto immer hysterischer blinkendes Rücklicht am Fahrrad.20160107_132259
  • Intel versteht es an seinem Stand, nicht sein Kernprodukt zu zeigen, sondern innovative Möglichkeiten, die mit seinen Mikroprozessoren möglich sind. Offenbar entwickelt Intel auch Sensoren und Steuerungs-Möglichkeiten weiter. Als Beispiel ist ein Kleid mit Flügeln zu sehen, die auf Körpertemperatur, Feuchtigkeit, Herzschlag etc. reagieren (in der Präsentation geschilderter Anwendungsfall für diese Technik: Snowboard-Kleidung platziert Protektoren je nach Situation an den richtigen Stellen – die Situation wird anhand der körperlichen Reaktionen des Snowboarders analysiert) oder ein Gummiband, mit dem man die Darstellung auf einem großen Bildschirm steuern kann. Phantasie, gute Präsentation, viel Platz – einer der schönsten Stände auf der CES.

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[Diese Notizen sind gemeinsame Beobachtungen von Michael Kaes und Maike Krefting.]

Virtual Reality Journalism – geht’s bald los?

Allerlei Fragen zu VR-Journalismus und -Storytelling  sind noch zu beantworten : Wie geht das technisch, welche Voraussetzungen müssen die Nutzer mitbringen (Geräte, Apps), auf welches System setzen wir, wie erzählt man immersiv, welche ethischen Implikationen müssen beachtet werden? Aber: faszinierende Möglichkeiten bieten sich, wie das torial blog  hier beschreibt. Echte Mittendrin-Reportagen stelle ich mir vor (verbunden mit der Frage, wie lange es dauert, VR-Geschichten zu produzieren – geht das tagesaktuell?), intensive VR-Erlebnisse von Orten, an die nicht jeder kommen kann.
Zwei Cardboard-Varianten warten schon darauf, zurechtgefaltet und ausprobiert zu werden.

#rp15-Notizen : Kognitive Dissonanz – Felix Schwenzel

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– Motto: Ich erzähle den gleichen Scheiß wie vor vier Jahren
– Ein Oettinger -Bild garantiert Lacher und Beifall
– „Dank des Internets sieht auch ein Menschenfreund wie ich, wieviele Arschlöcher es gibt“

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– Wahrnehmung ist kulturell geprägt : Homer hatte kein Wort für die Farbe Blau, wie wir sie kennen

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– Wer sagt als erster: Bannerblindheit? Tipp: nochmal das Foto genau angucken
– Kulturtechniken entwickeln sich erst dann, wenn Problem erkannt wird: Bsp. Kanalisation wurde gebaut, als begriffen wurde, dass Hygiene nützlich ist
– Ziel: Ambiguitätstoleranz

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#rp15-Notizen : Seven on Seven – Jacob Appelbaum, Ai Weiwei

– Seven on Seven: Seven technologists and seven artists paired up

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– Appelbaum reiste nach China, kannte Ai Weiwei vorher nicht (?!?), verbrachte einige Zeit mit ihm
– Laura Poitras Dritte im Bunde, gemeinsam Film produziert, der auf der rp15 gezeigt wird, verbunden mit der Bitte, ihn nicht zu verbreiten; Grund nicht genannt, Copyright?

Nachtrag Juli2015: Der Mitschnitt der Session enthält auch das Video – vielleicht galt damals eine Art Sperrfrist. Wie auch immer – hier geht’s zum Video.

– Film: Gespräche, Gedanken, Aufstellen v. Panda-Stofftieren auf einem Tisch, dann wird Füllung entfernt und m. Papier aus Schredder und zerstörten Speicherkarten gefüllt , Gespräche über geheime Geheimdienst-Akten, bevor Weiwei sie schreddert
– Hintergrund : Aktion heißt Panda to Panda – P2P – in China bedeutet Panda ‚Geheimagent‘
– Sarah Harrison bekommt v. Appelbaum einen Panda geschenkt,  als Dank für die Rettung v. Edward Snowdens Leben; sehr berührender Moment
– Weiwei hat keinen Pass, kann nicht reisen; Appelbaum lebt aus Angst vor Strafverfolgung in den USA in Berlin 
 

#rp15-Notizen : Imagining Europe with or without Muslims – Riem Spielhaus

– Diskussion über Muslime in Europa
– Abendspaziergänge in Dresden: viele waren überrascht, Beobachter konnten aber vorher schon in vielen europäischen Ländern eine anti-islamische Stimmung erkennen
– Pegida mittlerweile auch in Serbien, UK
– Gegen-Narrative entstehen gleichzeitig, Anti-Pegida, Refugees welcome
– im Internet sind die anti-islamischen Seiten sichtbarer als deren Gegner; Ideen, Texte, Karikaturen werden in Europa ausgetauscht

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– Narrativ: Europa ist christlich, Muslime sind also Einwanderer, alle Einwanderer planen Invasion (und haben hohe Geburtenrate, s. Sarrazin-These); damit verbunden: EU-Kritik, Slogan: Eurabia
– erstaunlich : Anti-Islamismus kommt aus Nationalismus, gegen den Islam verstehen sich aber Nationalisten plötzlich als Europäer, incl. Verweis auf Türken vor Wien im 17 . Jahrhundert
– Gegen-Narrative: Beispiele f. Muslim-Alltag in Europa vor dem 2 . Weltkrieg; muslimische Soldaten in beiden Weltkriegen; Muslime, die Juden vor den Nazis gerettet haben; russische Tataren im vergangenen Jahrhunderten,  islamische Kultur in Andalusien, muslimische Wissenschaftler